Hinter der Synagoge gab es etwa zehn Häuser, die in erster Linie für verschiedene öffentliche Zwecke genutzt wurden. So befanden sich dort zeitweise folgende Gemeindeliegenschaften: das Backhaus, das Kalte Bad für rituelle Zwecke, in der frühen Gassenzeit wahrscheinlich das sogenannte Vorsängerhaus und schließlich der Feuerwehrschuppen. Bei dem großen Gassenbrand von 1711 wurden diese Häuser alle zerstört. Beim Wiederaufbau nahm man hier viele Veränderungen vor. So wurden die Backöfen wegen der Feuergefahr auf dem freien Gelände vor der Judengasse beim Judenfriedhof wiederaufgebaut. Auch das Kalte Bad wurde verändert. Der zweite große Gassenbrand 1721 zerstörte diese Gebäude teilweise erneut und noch einmal wurden sie neuaufgebaut. In den Häusern hinter der Synagoge waren aber auch einige Privatwohnungen untergebracht. Sie dienten zunächst vermutlich als Ausweichquartiere bei Überfüllung der Gasse. Später ließen sich jedoch vermehrt einheimische Jüdinnen und Juden hier nieder. Die Visitationslisten von 1694 weisen zwei Haushalte in den Gebäuden aus, so die Familie eines Vorsängers. Im 18. Jahrhundert soll die Zahl der Haushalte dann zugenommen haben. Entsprechend gingen die öffentlichen Funktionen der Gebäude zurück. Die Häuser Judengasse 163-165 wurden für den Neubau der Synagoge zwischen 1854 und 1860 abgebrochen. Die Häuser Judengasse 156-162 wurden 1885 in Börnestraße 32-40 umbenannt (1935-1945 Großer Wollgraben 32), 1944 zerstört, heute Kurt-Schumacher-Straße vor Nr. 41-43. Die Häuser Börnestraße 36-40 hatten zugleich die Adresse Allerheiligenstraße 69-73.
Kaltes Bad und andere Bauten
Judengasse 156-165