Die Frontbreite betrug ca. 3,60 Meter. Das Haus Weiße Taube wurde 1531 auf einem Geländestück errichtet, das vom Nachbarhaus Kanne abgetrennt worden war. Es war immerhin so groß, daß davon später wiederum Abspaltungen zur Errichtung anderer Häuser vorgenommen werden konnten. In dem Haus wohnten Familien, die in der Jüdischen Gemeinde oder im Geschäftsleben der Frankfurter Jüdinnen und Juden nicht besonders in Erscheinung traten. Eine dieser Familien hat den Namen des Hauses als Familiennamen angenommen und nannte sich "Taub". Sie ist allerdings noch vor Aufhebung des Frankfurter Ghettos ausgestorben. Der soziale Hintergrund der Bewohner*innen im Haus Weiße Taube scheint sehr unterschiedlich gewesen zu sein. Um 1700 wohnten hier einerseits Geldwechsler und Warengroßhändler, andererseits Krämer, Schulmeister und alleinstehende Witwen ohne Beruf.
Bei den großen Bränden in der Judengasse in den Jahren 1711, 1721 und 1796 wurde das Haus Weiße Taube dreimal zerstört. Während es nach den beiden ersten Bränden wiederaufgebaut wurde, entschied man sich nach dem Brand von 1796 für eine großzügige Neugestaltung des gesamten nördlichen Gassenareals. Das Haus verschwand dabei endgültig aus dem Frankfurter Stadtbild.
Das Grundstück der Vorderhäuser Judengasse 174-176 wurde 1809 von Seligmann Langenbach und Süßkind Hirschhorn erworben und in klassizistischem Stil neu bebaut (Haus Nr. B VI). 1847 in Bornheimer Straße 6, 1885 in Börnestraße 46 umbenannt. 1944 zerstört. Neubebauung auf stark verändertem Grundriss als Haus An der Staufenmauer o. Nr. (zu Zeil 53).
Das Grundstück der Hinterhäuser wurde 1809 ebenfalls von Seligmann Langenbach und Süßkind Hirschhorn erworben und in klassizistischem Stil neu bebaut (Haus Nr. B X); 1847 in Allerheiligenstraße 81 umbenannt; 1944 zerstört; heute Zeil 51.