Die Frontbreite betrug ca. 3,27 Meter. Das Haus Strauß wird erstmals 1544/45 erwähnt. 1608 wurde es nach hinten ausgebaut. Das ganze Anwesen bestand offenbar aus zwei Vorder- und zwei Hinterhäusern. Mit einer Frontbreite von 3,27 Metern gehörte dieser Hauskomplex zu den größeren in der Judengasse. Allerdings war auch die Zahl seiner Bewohner*innen überdurchschnittlich hoch. 1709 werden neun Haushaltungen mit insgesamt 43 Bewohner*innen angegeben. Die sozialen und familiären Verhältnisse waren sehr unterschiedlich. Es finden sich Personen, die mit Luxuswaren wie Juwelen oder Seidenwerk handelten. Andere waren Makler, betätigten sich also im weitesten Sinne als Handelsagenten. Dann wiederum wird ein Schreiber genannt, der wahrscheinlich Angestellter der jüdischen Gemeindeverwaltung war. Von einem weiteren Bewohner heißt es, er handle mit Büchern, wobei offen bleibt, ob nur mit hebräischen oder auch mit lateinischen und deutschsprachigen Werken, deren Vertrieb die christlichen Buchhändler den jüdischen Händlern streitig zu machen versuchten. Neben solchen Berufen, die für die Mittel- und Oberschicht in der Gasse typisch waren, gab es im Strauß offenbar auch Angehörige der Unterschicht. Von einzelnen Familien oder von einem Fremden, der sich in dem Haus aufhielt, heißt es, sie seien arm. Ärmlich waren die Verhältnisse wahrscheinlich auch bei einer nicht berufstätigen Witwe, die mindestens drei Söhne hatte. Der älteste Sohn musste in der Fleischschirn aushelfen und die Familie ernähren, der zweite Sohn war stumm und verdingte sich als Taglöhner, während der dritte zur Schule ging. Der Sohn des oben genannten Maklers schließlich scheint nach damaligen Maßstäben eine gescheiterte Existenz gewesen zu sein; über ihn sagt die Visitationsliste von 1694, er sei "verdorben" und habe seine Frau, die noch lebe, verlassen. Diese wohnte im Haus Grüner Löwe. Bei dem großen Brand in der Judengasse im Jahre 1711 wurde das Haus Strauß zerstört und anschließend wiederaufgebaut.
Nach der Emanzipation der Jüdinnen und Juden wurde das Haus im 19. Jahrhundert von der Stadt übernommen und später abgebrochen. 1887 Neubau Börnestraße 27 (1935-1945 Großer Wollgraben 27). Das Grundstück des ehemaligen Vorderhauses wurde dabei teilweise zur Verbreiterung der Straße verwendet. Auf einem Teil des Hinterhauses 1902 Neubau Einhorngasse 4 (zuvor: Am Judenbrückchen). 1944 zerstört, heute An der Staufenmauer 6 / Kurt-Schumacher-Straße 37 und westlich anschließender Parkplatz.