Haus Sonne

Judengasse 10

12 April 2023

Die Frontbreite betrug circa 2,80 Meter. Das Haus Sonne wurde 1530 erbaut. An seiner Stelle stand zuvor ein Stall, der zum Haus an der Pforte gehörte und davon nun abgetrennt wurde. Auch die ersten Bewohner*innen kamen aus dem Haus zur Pforte. Es waren eine Tochter der dort lebenden Familie Cahn und ihr Mann Herts Zons. Die Familie Zons war offenbar sehr wohlhabend und sehr angesehen. Der Sohn von Herts Zons, Mihel (gestorben 1585) wurde gepriesen als der "kundige Lenker der Gemeinde" und "bescheidene Dulder". Im Haus Sonne mit seinem Hinterhaus wohnten zeitweise bis zu fünf andere Familien. Darunter waren vermutlich auch weniger wohlhabende Personen. Die Visitationslisten nennen 1694 zum Beispiel zwei alleinstehende Witwen ohne Arbeit und Beruf. Der bekannteste Bewohner des Hauses war von 1631 bis 1642 der über Frankfurt hinaus bedeutende jüdische Arzt Dr. Josef Delmedigo.

Bei den großen Bränden in der Judengasse in den Jahren 1711, 1721 und 1796 wurde das Haus Sonne dreimal zerstört. Während es nach den beiden ersten Bränden wiederaufgebaut wurde, entschied man sich nach dem Brand von 1796 für eine großzügige Neugestaltung des gesamten nördlichen Gassenareals. Das Haus verschwand dabei endgültig aus dem Frankfurter Stadtbild.

Das Grundstück der Häuser Judengasse 5-11 wurde 1809 von Joseph Oppenheimer erworben und in klassizistischem Stil neu bebaut (Haus Nr. B XVI). Das Grundstück der ehemaligen Vorderhäuser wurde dabei teilweise zur Verbreiterung der Straße verwendet. 1847 in Bornheimer Straße 17, 1885 in Börnestraße 45 / Fahrgasse 144 umbenannt. 1944 zerstört. Neubebauung auf stark verändertem Grundriss als Haus Fahrgasse 94. Ursprünglicher Eingang im Haus Zeil 57.