Haus Schuh

Judengasse 29

12 April 2023

Die Frontbreite betrug ca. 3,20 Meter. Das Haus Schuh wurde 1560 erbaut. Das Grundstück war vom Haus Zum Hasen abgetrennt worden. Auch die Erbauer und ersten Bewohner*innen des Hauses Schuh stammten aus diesem Haus. Hausabspaltung und die Aufteilung einer Familie gehen hier also, wie häufig in der Judengasse, in eins. Von der Ursprungsfamilie, der Familie Haas, stammten viele wichtige jüdische Frankfurter Familien ab, wie etwa die Kanns. Derjenige Zweig, der ins Haus Schuh zog, nahm nun den Hausnamen als Familiennamen an, also Schuh. Auch diese Familie spielte in der Judengasse oft eine wichtige Rolle. Mit Amschel Schuh war sie Ende des 17. Jahrhunderts auch beteiligt an den Machtkämpfen in der jüdischen Oberschicht Frankfurts, den sogenannten Drach-Kannschen Wirren. Bei den großen Bränden in der Judengasse in den Jahren 1711, 1721 und 1796 wurde das Haus Schuh dreimal zerstört. Während es nach den beiden ersten Bränden wiederaufgebaut wurde, entschied man sich nach dem Brand von 1796 für eine großzügige Neugestaltung des gesamten nördlichen Gassenareals. Das Haus verschwand dabei endgültig aus dem Frankfurter Stadtbild.

Das Grundstück der Häuser Judengasse 28-31 wurde 1809 von Benedikt Salomon Goldschmidt erworben und in klassizistischem Stil neu bebaut (Haus Nr. B XXI). Das Grundstück der ehemaligen Vorderhäuser wurde dabei teilweise zur Verbreiterung der Straße verwendet. 1847 in Bornheimer Straße 7, 1885 in Börnestraße 35 umbenannt. 1944 zerstört. Neubebauung auf verändertem Grundriss als Haus An der Staufenmauer 5 und Durchfahrt zur Fahrgasse.