Haus Roter Turm

Judengasse 187

12 April 2023

Die Frontbreite betrug ca. 2,28 Meter. Das Haus Roter Turm wird erstmals 1589 erwähnt. Es wurde von dem ebenso reichen wie gelehrten Amschel Wetzlar erbaut, der um 1604 starb. Seine Nachkommen, die Familie Wetzlar, wohnten zum Teil bis in die Mitte des 18. Jahrhunderts im Haus zum Roten Turm. Sie waren wohlhabend und lebten unter anderem vom Wechselgeschäft. Ende des 18. Jahrhunderts wohnten hier auch Mitglieder der reichen und vornehmen Familie Wertheimer.

Bei den großen Bränden in der Judengasse in den Jahren 1711, 1721 und 1796 wurde das Haus Roter Turm dreimal zerstört. Während es nach den beiden ersten Bränden wiederaufgebaut wurde, entschied man sich nach dem Brand von 1796 für eine großzügige Neugestaltung des gesamten nördlichen Gassenareals. Das Haus verschwand dabei endgültig aus dem Frankfurter Stadtbild.

Das Grundstück der Vorderhäuser Judengasse 186-188 wurde 1809 von David Spanier erworben und in klassizistischem Stil neu bebaut (Haus Nr. B II). Das Haus kam 1860 zum Bankhaus Rothschild, Bornheimer Straße 16 / Fahrgasse 146. 1847 in Bornheimer Straße 14, 1885 in Börnestraße 54 umbenannt. 1944 zerstört. Heute Konstablerwache vor dem Durchgang zur Straße An der Staufenmauer.