Haus Reifenberg mit Hinterhaus Krachbein

Judengasse 38 / Börnestraße 27

12 April 2023

Die Frontbreite des Hauses Reifenberg betrug ca. 1,80 Meter und die Frontbreite des Hinterhauses Krachbein betrug ca. 3,20 Meter. Die Häuser Reifenberg und Krachbein entstanden 1608, als das Nachbarhaus Strauß ausgebaut und dabei aufgeteilt wurde. Das Vorderhaus Reifenberg war mit 1,80 Metern ein sehr schmales Haus, auch wenn es in der Judengasse noch kleinere Häuser gab. Ein etwa 90 cm breiter Gang führte zum Hinterhaus Krachbein, das mit ca. 3,20 Metern Breite zu den mittleren Häusern in der Gasse gehörte. Bewohnt wurde das Haus unter anderem von Mitgliedern der bekannten und über Frankfurt hinaus bedeutenden Familie Oppenheimer. Die beiden Häuser boten Wohnraum für vier bis sechs Familien. 1709 lebten in ihnen beispielsweise 36 Personen. Um 1700 ernährten sich die hier ansässigen Familien vom Gold- und Silberhandel sowie vom Handel mit Leinwand und Spitzen, einem Luxusgut. Es gab hier aber auch kleine Krämer. Schließlich lebte in dem Haus damals noch ein Rabbiner. Bei dem großen Brand in der Judengasse im Jahre 1711 wurden die Häuser Reifenberg und Krachbein zerstört und anschließend wiederaufgebaut. Nach der Emanzipation der Jüdinnen und Juden wurden sie im Jahre 1864 von der Stadt übernommen und später abgebrochen.

1887 Neubau Börnestraße 27 (1935-1945 Großer Wollgraben 27). Das Grundstück des ehemaligen Vorderhauses wurde dabei teilweise zur Verbreiterung der Straße verwendet. Auf einem Teil des Hinterhauses 1902 Neubau Einhorngasse 4 (zuvor: Am Judenbrückchen). 1944 zerstört, heute An der Staufenmauer 6 / Kurt-Schumacher-Straße 37 und westlich anschließender Parkplatz.