Haus Pflug

Judengasse 65 / Börnestraße 17-21

12 April 2023

Die Frontbreite betrug ca. 8,5 Meter. Der Pflug wurde im Jahre 1573 von Mordechai errichtet, dem Sohn des Isaak Goldschmied aus Aschaffenburg, der 1560 Aufnahme in die Frankfurter Stättigkeit fand. Im Jahre 1609 bauten Simon und Moses zum Pflug das Gebäude in ein Vorder- und Hinterhaus aus. Fünfzig Jahre später wurde vom Pflug das Nachbarhaus Ampel abgespalten. Die Bewohner*innen des Pflugs gehörten verschiedenen gesellschaftlichen Schichten an. Es lebten hier Mitglieder der Familie Aschaffenburg, der bekanntesten jüdischen Ärztefamilie des 16. Jahrhunderts, sowie der Familie Wohl, die aus Hildesheim stammte. David Jakob Wohl, der 1710 starb, war recht wohlhabend und Vorsteher der Jüdischen Gemeinde. Seine Nachkommen lebten bis ins 19. Jahrhundert in diesem Haus. An die 200 Jahre wohnte hier auch ein Zweig der Familie Bing, so der Rabbinische Richter Michael Isaac Bing, der Mitte des 18. Jahrhunderts starb und in den Quellen als Schulmeister vorkommt. Bei dem großen Brand von 1711 wurde das Haus zerstört und wiederaufgebaut. Im Jahre 1865 übernahm es die Stadt zum baldigen Abbruch.

Nach Abbruch lange unbebaut, ab 1904 Teil der Markthalle Börnestraße 17-21 (1935-1938 Großer Wollgraben 17-21) / Battonnstraße 44-46. Das Grundstück des ehemaligen Vorderhauses wurde dabei teilweise zur Verbreiterung der Straße verwendet. 1938 abgebrochen, heute Kreuzung Kurt-Schumacher-Straße / Battonnstraße.