Die Frontbreite betrug ca. 1,85 Meter. Das Haus Notstall wird erstmals 1584/85 erwähnt. Es entstand an Stelle des früheren Hauses Frass, das im Zuge mehrerer Umbauten zunächst mit dem Haus Notstall vereint worden und schließlich ganz in ihm aufgegangen war. Als Notstall bezeichnete man damals ein Holzgestell, in das Pferde beim Beschlagen gestellt wurden. Warum das Haus diesen Namen bekam, ist nicht bekannt. Ende des 17. Jahrhunderts gab es hier drei Haushalte, deren Bewohner*innen aber aus einer Familie kamen. Im ersten Haushalt wohnte ein Mann mit seiner Frau und einer Dienstmagd, der sich als Makler, das heißt als Vermittler von größeren Kaufgeschäften, betätigte. Seine Tochter und sein Sohn hatten eigene Familien mit denen sie im Haus Notstall eigenständige Haushalte führten. Dieser enge familiäre Zusammenhalt aller Bewohner*innen war in der Judengasse eher untypisch. Meist wohnten verschiedene Familien in einem Haus zusammen. Bei dem großen Brand in der Judengasse im Jahre 1711 wurde das Haus Notstall zerstört und anschließend wiederaufgebaut. Nach der Emanzipation der Jüdinnen und Juden wurde es im Jahre 1843 von der Stadt übernommen und später abgebrochen.
1893 Neubau Börnestraße 25 (1935-1945 Großer Wollgraben 25) und Einhorngasse 2 (zuvor: Am Judenbrückchen). Das Grundstück des ehemaligen Vorderhauses wurde dabei teilweise zur Verbreiterung der Straße verwendet. Auf einem Teil des Hinterhauses 1902 Neubau Einhorngasse 4. 1944 zerstört, heute An der Staufenmauer 4 / Kurt-Schumacher-Straße 33-35 und westlich anschließender Parkplatz.