Haus Kranich

Judengasse 63 / Börnestraße 17-21

12 April 2023

Die Frontbreite betrug ca. 3,7 Meter. Das Haus Kranich wurde um 1570 auf einem Gelände erbaut, das zum gegenüberliegenden Haus Weißer Schwan gehörte. Der Erstbewohner des Hauses Kranich war ein Kaufmann, der aus dem Weißen Schwan stammte. Um diese Verbindung zu kennzeichnen, erhielt das Haus von den städtischen Behörden ebenfalls den Namen eines Vogels. Das Haus bestand aus Vorder- und Hinterhaus und lag mit einer Breite von knapp 4 Meter im Durchschnitt. Zu den Hausbewohner*innen zählten u.a. die Familien Bonn und die mit ihnen verwandten Deutz, die aus dem gleichnamigen Städtchen gegenüber von Köln stammten. Im 17. Jahrhundert waren sie bedeutende Geschäftsleute, im 18. Jahrhundert dagegen meist mittelständige Handelsleute. 1694 lebten zwei Familien im Haus, von denen eine mit Nadeln und "allerhand", die andere mit Häuten handelte. Knapp zehn Jahre später lebten hier sechs Familien. Sie lebten von Wechselgeschäften, vom Handel mit Häuten Schnüren (das sind Zierbänder) und Garn, die als Luxusartikel galten; schließlich wird ein Rabbiner angeführt. In dieser Zeit wurde das Haus Kranich mit dem Nachbarhaus Enge Tür zusammengelegt, nach dem Brand von 1711 jedoch als eigene Hauseinheit wiederaufgebaut. Im Jahre 1862 übernahm die Stadt das Haus zum baldigen Abbruch.

Nach Abbruch lange unbebaut, ab 1904 Teil der Markthalle Börnestraße 17-21 (1935-1938 Großer Wollgraben 17-21) / Battonnstraße 44-46. Das Grundstück des ehemaligen Vorderhauses wurde dabei teilweise zur Verbreiterung der Straße verwendet. 1938 abgebrochen, heute Kreuzung Kurt-Schumacher-Straße / Battonnstraße.