Haus Goldener Leuchter

Judengasse 181 / Bornheimer Straße 10 / Börnestraße 50 / Allerheiligenstraße 85

12 April 2023

Die Frontbreite betrug ca. 2,20 Meter. Das Haus Goldener Leuchter wurde Mitte des 16. Jahrhunderts erbaut. Baugeschichtlich stand es in enger Beziehung mit seinen beiden Nachbarhäusern, was sich in den Hausnamen deutlich ausdrückt. Sie hießen fast gleichlautend Silberner Leuchter und Silberne Leuchte. Auch die Bewohner*innen dieser drei Häuser kamen teilweise aus den gleichen Familien. Zu nennen ist vor allem die weitverzweigte Familie Gelhäuser, die im Goldenen Leuchter und in dessen Nachbarhäusern ansässig war. Die einzelnen Zweige dieser Familie haben im Laufe der Zeit verschiedene Namen angenommen, so den für die Geschichte der Frankfurter Jüdinnen und Juden sehr bedeutenden Name Kulp. Der im Haus Goldener Leuchter ansässige Zweig der Familie nannte sich Schnapper.

Bei den großen Bränden in der Judengasse in den Jahren 1711, 1721 und 1796 wurde das Haus Goldener Leuchter dreimal zerstört. Während es nach den beiden ersten Bränden wiederaufgebaut wurde, entschied man sich nach dem Brand von 1796 für eine großzügige Neugestaltung des gesamten nördlichen Gassenareals. Das Haus verschwand dabei endgültig aus dem Frankfurter Stadtbild.

Das Grundstück der Vorderhäuser Judengasse 181-183 wurde 1809 von Jakob Zunz und Isaak Salomon Zunz erworben und in klassizistischem Stil neu bebaut (Haus Nr. B IV). 1847 in Bornheimer Straße 10, 1885 in Börnestraße 50 umbenannt. 1944 zerstört. Neubebauung auf stark verändertem Grundriss als Haus Zeil 53.

Das Grundstück der Hinterhäuser Judengasse 181-183 wurde 1809 von Isaak Joseph Ullmann und Isaak Daniel Stiefel erworben und in klassizistischem Stil neu bebaut (Haus Nr. B XII); 1847 in Allerheiligenstraße 85 umbenannt; 1944 zerstört; heute Konstablerwache vor Zeil 53.