Die Frontbreite betrug ca. 5,66 Meter. Wann die alte Fleischschirn erbaut wurde, ist nicht klar festzustellen. Die Angaben in der historischen Literatur schwanken. Die einen datieren ihre Errichtung auf den Beginn des Frankfurter Ghettos im Jahre 1462. Die anderen sagen, sie sei erst hundert Jahre später zum ersten Mal erwähnt. Zuerst diente das Haus seinem Namen entsprechend dem Fleischverkauf in der Judengasse. Hygienische Vorsichtsmaßnahmen waren damals im Allgemeinen noch wenig bekannt, entsprechend waren die Verhältnisse auch in der alten Fleischschirn. Es wird berichtet, dass man in den Pestzeiten die sterbenden Kinder dort hinlegte, ohne den Fleischverkauf zu unterbrechen. Der Fleischverkauf in der alten Schirn wurde schließlich aufgegeben und in die neue, schon 1628 gebaute Schirn am Südende der Gasse verlegt. Das Haus der Alten Schirn wurde danach als Wohnhaus benutzt. Mit mehr als fünfeinhalb Metern Frontbreite war es eines der größeren Häuser in der Gasse. Auch war seine Lage in der Judengasse direkt gegenüber der Synagoge sehr zentral. Es scheint deshalb ein begehrtes Haus gewesen zu sein. Bewohnt wurde es jetzt unter anderem von einem Zweig der reichen und mächtigen Familie Kann.
Bei den großen Bränden in der Judengasse in den Jahren 1711, 1721 und 1796 wurde die Alte Fleischschirn dreimal zerstört. Während sie nach den beiden ersten Bränden wiederaufgebaut wurde, entschied man sich nach dem Brand von 1796 für eine großzügige Neugestaltung des gesamten nördlichen Gassenareals. Das Haus verschwand dabei endgültig aus dem Frankfurter Stadtbild.
Das Grundstück der Häuser Judengasse 28-31 wurde 1809 von Benedikt Salomon Goldschmidt erworben und in klassizistischem Stil neu bebaut (Haus Nr. B XXI). Das Grundstück der ehemaligen Vorderhäuser wurde dabei teilweise zur Verbreiterung der Straße verwendet. 1847 in Bornheimer Straße 7, 1885 in Börnestraße 35 umbenannt. 1944 zerstört. Neubebauung auf verändertem Grundriss als Haus An der Staufenmauer 5 und Durchfahrt zur Fahrgasse.