Haus Amsel

Judengasse 21 / Bornheimer Straße 11 / Börnestraße 39

01 Juni 2026

Die Frontbreite betrug ursprünglich ca. 3,40 Meter. Das Haus Amsel wurde 1585 erbaut, als das ältere Nachbarhaus Hase umgebaut wurde. Der Hase wurde später zu einem Anbau der Amsel und war damals wahrscheinlich das kleinste Haus in der Judengasse. Der erste Bewohner war Mosche zur Amsel, der um 1606 starb. Seine Nachkommen werden in den Strafregistern erwähnt. Mosches Sohn Isaak floh vor seinen Gläubigern, und sein anderer Sohn Schlomm wurde 1619 wegen Hehlerei verhaftet, gefoltert und ausgewiesen. Ab der Mitte des 18. Jahrhunderts wohnten Mitglieder der Familie Kann, einer der ältesten, reichsten und mächtigsten Familien in der Judengasse, in dem Haus. - Bei den großen Bränden in der Judengasse in den Jahren 1711, 1721 und 1796 wurde das Haus Amsel dreimal zerstört. Während es nach den beiden ersten Bränden wiederaufgebaut wurde, entschied man sich nach dem Brand von 1796 für eine großzügige Neugestaltung des gesamten nördlichen Gassenareals. Das Haus verschwand dabei endgültig aus dem Frankfurter Stadtbild. - Das Grundstück der Häuser Judengasse 21-22 (Amsel, Vogelgesang) wurde 1809 von Joseph Beer Rindskopf erworben und in klassizistischem Stil neu bebaut (Haus Nr. B XIX). Das Grundstück der ehemaligen Vorderhäuser wurde dabei teilweise zur Verbreiterung der Straße verwendet. 1847 in Bornheimer Straße 11, 1885 in Börnestraße 39 (1935-1945 Großer Wollgraben 39) umbenannt. 1944 zerstört. Neubebauung auf unverändertem Grundriss als Haus An der Staufenmauer 9.